7-Punkte Checkliste vor dem Tauch- Urlaub              

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Sporttauchen hat sich vom Sport für physisch fitte Menschen der 1960-iger Jahre wie Hans und Lotte Hass zum Breitensport und Freizeitvergnügen für viele gewandelt. Unabhängig davon, ob man Tauchen nun als Freizeitbereicherung in den Ferien oder als ganzjährigen Sport betreibt, bleibt doch die Druckveränderung unter Wasser ein wesentlicher zu beachtender Bestandteil des Tauchens. 

 

Als Zahnarzt und langjähriger Tauchlehrer kann ich die möglichen Zahn- Probleme beim Tauchen gut beurteilen und will hier deswegen meinen Expertenrat geben.

Die Ostsee bei Eckernförde bietet nicht nur einen herrlichen Strand sondern ist auch ein ideales Gewässer für Tauchausbildung .

Einweisung meines Freundes Dr. Thomas Förster in das Sauerstoff-Kreislauf-Tauchgerät Oxylon im Schildkrötenbecken des Meereskunde-museums Stralsund. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der sich rasch ändernde Umgebungsdruck beim Tauchen durch Zunahme beim Abtauchen (pro 10m Tiefe verstärkt sich der Druck um 1 bar, also entspricht auf 10m Wassertiefe schon 2 bar- Druck, wie bei einem Autoreifen) und ebenso Abnahme beim Auftauchen ( ein Luftballon verdoppelt beim Auftauchen von 10m Tiefe an die Oberfläche durch Halbierung des Druckes sein Volumen) kann bei Zähnen zu sehr unliebsamen und schmerzhaften Überraschungen führen. Alle Verletzungen, die durch Veränderung des Umgebungsdruckes ausgelöst werden nennt man "Barotraumen".

Taucher sollten - speziell vor einem Tauchurlaub, ihre Zähne kontrollieren lassen. Nicht jeder Zahnarzt ist notwendigerweise mit tauchmedizinischen Kenntnissen vertraut. Deswegen ist es hilfreich, wenn Sie neben der obligaten ärztlichenTauchertauglichkeits-Untersuchung auch bei einem entsprechend ausgebildeten Zahnarzt  mit Hinweis auf das Tauchen um Beantwortung der folgenden Fragen bitten:

 

Die 7 Checkpunkte vor dem Tauchurlaub:

 

1. Check der Zahn-Füllungen:

Gibt es undichte oder lockere Füllungen?

Warum? Beim Tauchgang wird langsam entsprechend erhöhtem Umgebungsdruck ( in 10m Tiefe bereits 2.0 bar Druck) Luft in die Spalten eindringen. Beim Auftauchen kann die Luft meist nicht schnell genug entweichen. Der enorme Überdruck verursacht heftigste Schmerzen  und sprengt möglicherweise sogar Füllungs- oder Zahnteile heraus.

 

2. Check der Wurzeln:

Gibt es marktote Zähne mit einer Veränderung im Wurzelspitzenbereich, die auf einem Röntgenbild oder durch einen "Vitalitätstest" zu erkennen sind?

Warum? Gasbildungen durch sich zersetzendes Zahnnerv-Gewebe  im Wurzelbereich unterliegen auch den Druckveränderungen. Hier kann beim Auftauchen durch Ausdehnung der Gase ebenfalls heftigste Schmerzen und Austritt der Gase in das Weichgewebe oder die Kieferhöhle provoziert werden. Starke Schmerzen und folgend Schwellung unter dem Auge sorgen dann rasch für ein Ende des Tauchurlaubes.

 

3. Check des Zahnfleisches:

Blutet das Zahnfleisch oder ist es geschwollen?

Warum? Eine Zahnfleischentzündung beeinflusst den ganzen Körper und beansprucht die Abwehrkräfte des Körpers. Beim Tauchen will man aber fit sein für alle Eventualitäten. Wenn das Zahnfleisch geschwollen ist kann das Mundstück des Lungenautomaten drücken und schmerzen. Entspanntes Tauchen ist nicht mehr möglich. Außerdem ist Blut um die Lippen, vermischt mit Wasser kein sehr ästhetischer Anblick für den Tauchpartner. Der soll ja unter Umständen mit Wechselatmung und Tausch des Lungenautomaten in einer Luftnot-Situation helfen.

 

4. Check auf gelockerte Zähne:

Warum?  Zähne können aus verschiedenen Gründen locker werden. Oft fällt das bei normalem Gebrauch zunächst nicht auf. Wenn aber beim Tauchen der Lungenautomat mit den Zähnen über mehrere Tauchgänge und mehrere Tage festgehalten werden soll kann es zu Schmerzen kommen die weiteres Tauchen verbieten. Wer möchte schon einen (Front-)Zahn beim Tauchen im Urlaub verlieren?

 

5. Check von festem Zahnersatz:

Warum: Fehlende Zähne, die durch festen Zahnersatz ersetzt wurden müssen meist doppelte Kaulast tragen. Hier gilt das für gelockerte Zähne oben gesagte erst Recht.

 

6. Check von herausnehmbarem Zahnersatz:

Warum: Herausnehmbarer Zahnersatz ersetzt fast immer mehrere Zähne. Entscheidend ist hier, wie fest der Zahnersatz mit mit den verbliebenen Zähnen verbunden ist. Ist die Verbindung Zahnersatz-eigene Zähne zu locker kann der Zahnersatz sich im Munde lösen und erhebliche Probleme (!) bei der Atmung machen. Das Festhalten des Lungenautomaten ist nicht mehr möglich. Verlust des teuren Zahnersatzes wäre dann noch das kleinste Übel. 

 

7.  OP-Wunden oder Wunden nach Zahnentfernung:

Warum? Wunden nach operativen Eingriffen im Mund oder nach Zahnentfernung brauchen je nach Situation 14 Tage bis 3 Wochen zum weitestgehenden Abheilen. Tauchen mit nicht verheilten Wunden im Mund ist nicht zu empfehlen. Bitte fragen sie Ihren behandelnden Zahnarzt, ab wann Sie nach einer entsprechenden Behandlung wieder tauch-tauglich sind.

 

 

 

 

 

 

 

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